Freitag, 15. Februar 2013
15.2.13
Pech steht bei mir auf der Tagesordnung. Wenn es denn Pech ist. Möglicherweise bin ich ja verflucht. Vielleicht war meine Urgroßmutter eine Hexe und geriet in einen schrecklichen Streit. Natürlich verlor sie, und ihre Gegnerin belegte sie mit einem furchtbaren Fluch und seit dem liegt der Zauber auf der Familie und kann erst gelöst werden, wenn ich um Mitternacht im australischen Meer bade - bei Vollmond, versteht sich.
Wäre auch nicht unmöglicher als all die seltsamen Sachen, die mir so passieren.
Aber nur um das klarzustellen: Erwarte von mir jetzt keine Magie oder so was. Nein, mit übernatürlichem Kram habe ich wirklich nichts am Hut. Mir passiert nur das übliche, realistische, logisch erklärbare Unglück. Keine Zauber. Das wäre ja immerhin noch fast cool. Wert, erzählt zu werden. Aber meine Geschichte ist nicht so. Nicht wie in einem Buch, du weißt schon. Ich schreibe das hier auch nicht, damit es jemand liest. Es ist nicht für die gierige Gesellschaft bestimmt, die es sonst an sich reißen und verschlingen würde und nach zwei Tagen wäre es vergessen und verschwunden. Nein, das hier ist einfach nur für mich. Weil ich es so vielleicht loswerden kann. Weil die Therapeutin gesagt hat, ich solle das machen. Weil es mich für eine Weile beschäftigt. Ich weiß auch nicht. Ich mache es einfach, und das ist vielleicht gut so.
Es ist wie ein Freund, der mir zuhört, der Zeit für mich hat. Der nie abhaut, weil er einen Friseurtermin hat, der wichtiger ist als meine Geschichte. Als ich. Ein besserer Freund aus Elektrizität. Stumm und geduldig.

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